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Elektro-Pflichtprüfungen nach DIN VDE.

Die DIN-VDE-Bestimmungen regeln die elektrotechnischen Vorschriften im Sinne der DGUV V3 (Unfallverhütungsvorschrift für elektrische Anlagen und Betriebsmittel). Sie bilden die rechtlich bindende Grundlage für das sichere Errichten bzw. Herstellen und Betreiben von elektrischen Anlagen, Geräten und Betriebsmitteln. Für die effiziente, sichere Umsetzung der in den VDE-Normen vorgeschriebenen Elektroprüfungen stehen Ihnen moderne Mess- und Prüfgeräte zur Verfügung, mit denen sich die erforderlichen Arbeitsschritte vereinfachen und Prüfabläufe automatisieren lassen. 

Erhalten Sie hier einen Überblick über relevante VDE-Bestimmungen und nützliche Anwendungsbeispiele zur normgerechten Umsetzung mit geeigneten Mess- und Prüfgeräten.


Neuerung 2023: Geräteprüfung nach DIN VDE 0701 und VDE 0702.


Im Verlauf des Jahres 2021 wurden die neuen Normen VDE 0701 (EN 50678) und VDE 0702 (EN 50699) eingeführt. Diese leiten sich ab aus der zuvor geltenden Norm DIN VDE 0701-0702 durch Anpassung an europäische Richtlinien und Aufspaltung in zwei Teile.

Die Adaption der europäischen Richtlinien als nationale Normen erfolgt in allen europäischen Mitgliedsländern des CENELEC (Comité Européen de Normalisation Électrotechnique) mit dem generellen Ziel, die Normen in Europa zu vereinheitlichen und den Binnenmarkt zu fördern.

Die Übergangsfrist für den Geltungsbereich der alten Norm VDE 0701-0702 endete am 16. Dezember 2022 (VDE 0701) bzw. am 21. September 2023 (VDE 0702).

Änderungen zur DIN VDE 0701-0702: 

  • Es erfolgt eine Aufteilung in die zwei Normen VDE 0701 und VDE 0702.
  • VDE 0701 gilt für Prüfungen nach einer Reparatur.
  • VDE 0702 gilt für Prüfungen anlässlich einer Wiederholungsprüfung
  • Es gilt eine neue Berechnungsgrundlage für Leitungen über 1,5 mm²
  • Die Ableitstrommessung an isolierten Eingängen wurde normativ festgelegt.
  • Es erfolgt eine Ergänzung durch VDE 0413-16 (Betriebsanforderungen für verwendete Prüf- und Messgeräte)

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Aufbau und Anwendung der DIN-VDE-Normen.


Die VDE-Normen sind Bestandteil der DIN-Normen (Deutsches Institut für Normung). Die Normbezeichnung enthält daher sowohl eine DIN-Nummer als auch eine VDE-Nummer, z. B. DIN 57100 VDE 0100. Üblich ist die Abkürzung DIN VDE 0100. VDE-Bestimmungen sind national gültig, können aber auch europäisch harmonisiert sein. Die Bezeichnung erfolgt in diesem Fall nach DIN EN (Europäische Norm). Das VDE-Normenwerk ist in neun Gruppen untergliedert (DIN VDE 00xx bis DIN VDE 08xx):

Gruppe 0: Allgemeine Grundsätze und Begrifflichkeiten
Gruppe 1: Energieanlagen
Gruppe 2: Energieleiter (elektrische Leitungen und Kabel)
Gruppe 3: Isolierstoffe (Isolatoren, Supraleiter etc.)
Gruppe 4: Überwachungstechnik (Brandmelder, Strahlenschutz etc.)
Gruppe 5: Maschinen und Umformer (z. B. Batterien)
Gruppe 6: Installationsmaterial und Schaltgeräte (betr. Elektroinstallationen)
Gruppe 7: Gebrauchs- und Arbeitsgeräte (z. B. Haushaltsgeräte, Elektrowerkzeuge, Leuchten)
Gruppe 8: Informationstechnik (Nachrichtentechnik und Antennenanlagen)


Umsetzung der Prüfungen.


DIN-VDE 0100 – Prüfung ortsfester elektrischer Anlagen und Installationen: Ortsfeste elektrische Betriebsmittel sind zum Beispiel Beleuchtungsanlagen, Einbau-Kühlschränke, Herde, Durchlauferhitzer / Boiler, Klimaanlagen usw. und elektrische Installationen in Gebäuden wie z. B. Steckdosen, Stromleitungen, Datenleitungen, Sensoren usw.

DIN-VDE VDE 0701 und VDE 0702 (EN50678 und EN50699) – Prüfung von ortsveränderlichen elektrischen Betriebsmitteln: Diese sind zum Beispiel PC-Arbeitsplätze, Drucker, Monitore, Kartenlesegeräte, Telefonanlagen, Fax, Kopiergerät, Scanner, Stereoanlage, Mikrowelle, Wasserkocher, Kaffeemaschine, Mehrfachsteckdose, Lötkolben, Verlängerungsleitung, Handbohrmaschine, Laborgeräte, Tisch / Stehlampe usw. Hierzu zählen auch private Geräte welche im Unternehmen genutzt bzw. betrieben werden.

DIN-EN60204-1 (entspricht VDE 0113-1) – Prüfungen an Maschinen, Systemen und deren Anlagen: Die elektrischen Ausrüstungen von Industriemaschinen sind gemäß "Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V." (DGUV) Vorschrift 3 (vormals Berufsgenossenschaftliche Vorschrift (BGV) A3) regelmäßig zu überprüfen, wobei zwischen stationären und nicht stationären Anlagen unterschieden wird.

Stationäre Anlagen sind solche, die mit ihrer Umgebung fest verbunden sind, z. B. Installationen in Gebäuden, Baustellenwagen, Containern und auf Fahrzeugen. Diese Installationen sind z. B. Steckdosen, Stromleitungen, Datenleitungen usw.

Nicht stationäre Anlagen sind dadurch gekennzeichnet, dass sie entsprechend ihrem bestimmungsgemäßen Gebrauch nach dem Einsatz wieder abgebaut (zerlegt) und am neuen Einsatzort wieder aufgebaut (zusammengeschaltet) werden. Hierzu gehören z. B. Anlagen auf Bau- und Montagestellen, fliegende Bauten.

Anforderungen an die Unternehmen.


Je nach Unternehmen sind unterschiedliche Betriebsmittel und Anlagen im Einsatz. Dementsprechend finden verschiedene DIN-VDE-Normen mit spezifischen Prüfvorgaben und Anforderungen ans Unternehmen ihre Anwendung. Daraus resultierend muss sich das zur Prüfung verpflichtete Unternehmen unter anderem mit folgenden Aufgaben befassen:

  • Wer kann und darf die Prüfung durchführen? (=> TRBS 1203 ff.)
  • Beauftrage ich einen Dienstleister oder prüfe ich selbst? Welche Voraussetzungen muss mein Personal erfüllen, um die entsprechenden Prüfungen durchführen zu dürfen? (=> TRBS 1203 ff.)
  • Wie gewährleiste ich die entsprechende Mitarbeiter-Qualifizierung?
  • Welche Messgeräte und Prüfgeräte benötige ich für meine Anforderungen?
  • Welchen Prüfablauf lege ich fest und wie dokumentiere ich diesen?
  • Wie optimiere ich die Wirtschaftlichkeit der Prüfungen?

Voraussetzung zur „Befähigung der Prüfperson".


Wer darf die Pflichtprüfungen durchführen?
Je nach anzuwendender VDE-Norm ist ein definierter Ausbildungsstand der prüfenden Person erforderlich. Demnach sind die vorgeschriebenen Elektroprüfungen in der Regel von einer sog. Elektrofachkraft auszuführen.

Als Elektrofachkraft gilt diejenige Person, die aufgrund ihrer fachlichen Qualifizierung elektrotechnische Arbeiten ausführen und überwachen darf. In Deutschland bildet üblicherweise eine klassische elektrotechnische Ausbildung bzw. ein Studium die Grundlage hierfür. Abhängig vom zu prüfenden Betriebsmittel bzw. von der Anlage und der Prüfungsart kann auch eine sog. elektrotechnisch unterwiesene Person (EuP) oder sogar der Anwender eines hierfür geeigneten Mess- und Prüfgeräts zur Prüfung befähigt sein.

Die Investition in entsprechende Messtechnik kann den als Prüfer zulässigen Personenkreis signifikant erweitern und die Produktivität des Unternehmens erhöhen. Die Personal- und Ausbildungsplanung lässt sich wirtschaftlicher gestalten. Darüber hinaus kann die kostenintensive Beauftragung eines externen Dienstleisters zur Durchführung der Prüfungen entfallen.


Gerätetypen nach Einsatzgebiet und DIN-VDE-Norm.


In den DIN-VDE-Normen werden Prüffristen vorgegeben diese jedoch nur den spätesten Zeitpunkt der Prüfung vorgeben. Grundsätzlich sind die Zeitabstände zwischen den Prüfungen so zu bemessen, dass entstehende Mängel, von denen ausgegangen werden muss, rechtzeitig erkannt werden.

Stationäre Prüfgeräte VDE

Stationäre Sicherheits und Funktionsprüfungen für DIN-EN 60950, 60335, 61010 Für für die Erstprüfung von Geräten. Ermöglichen die schnelle Prüfung in der Produktion mit großer Stückzahl und daher ideal für Stück- und Serienprüfungen.

Prüfgeräte VDE 0701 und VDE0702 (EN50678 und EN50699)
Prüfung ortsveränderliche Betriebsmittel: VDE 0701-0702

Für Messungen mit manuellem oder vollautomatischem Prüfablauf, als Wiederholungs- oder Instandsetzungsprüfung nach VDE 0701 und VDE0702 (EN50678 und EN50699) für mobile Kleingeräte, Verlängerungen und Steckdosenverteiler, sowie nach DIN VDE 0751 / IEC 62353 MPG für medizinische Geräte.

Beinhaltet auch VDE 0751 - Herstellerprüfungen und Medizinproduktegesetz (MPG)

sowie VDE 0544 - Wiederholungs- und Reparaturprüfungen an Lichtbogenschweißeinrichtungen nach DIN-VDE 0544-4 / IEC 60974-4

Prüfgeräte VDE 0100 und VDE 0113
Prüfung ortsfester elektrischer Anlagen und Installationen (Gebäudeprüfungen): VDE 0100/VDE 0113

Für die Erst-, Wiederholungs- und Instandsetzungsprüfungen nach DIN-VDE 0100 / IEC 60364-6 an Starkstromanalgen mit Nennspannungen bis 1.000 V.

Für Erst-, Wiederholungs- und Instandsetzungsprüfungen nach DIN VDE 0113 / DIN EN 60204. Sowie für die Feststellung der elektrischen Sicherheit und der elektrischen Ausrüstung innerhalb eines Maschinensystems.

Prüffristen nach DIN VDE.

Die DGUV V3 regelt die zeitlichen Fristen und Protokollierungsmaßnahmen für die Prüfung von ortsfesten Maschinen und Anlagen sowie ortsveränderlichen elektrischen Betriebsmitteln. Die Prüffristen liegen in der Regel zwischen sechs Monaten und vier Jahren. Eine Vernachlässigung der vorgeschriebenen Prüfmaßnahmen durch Unternehmen und öffentliche Einrichtungen ist eine Straftat.

Die regelmäßige Durchführung von Elektroprüfungen schützt vor Arbeitsunfällen und reduziert die Kosten für unvorhergesehene Wartungs- oder Instandhaltungsmaßnahmen bis hin zu ungeplanten Betriebsausfällen. Im Schadensfall übernehmen Berufsgenossenschaften und Versicherungen die entstandenen Kosten nur, wenn die Prüffristen nach DGUV V3 nachweislich eingehalten wurden und ein entsprechendes Prüfprotokoll vorgelegt werden kann.

Die Verantwortung für die Umsetzung der Prüfvorgaben und Einhaltung der Prüfintervalle liegt beim Betriebsleiter bzw. Unternehmer. Die Prüfung vor der ersten Inbetriebnahme wird i. d. R. vom Hersteller der Geräte und Anlagen durchgeführt und muss entsprechend dokumentiert sein.


Vollautomatischer Prüfablauf nach DIN VDE.


Unternehmen der Elektrotechnik- und Elektronikbranche (Hersteller von Haushaltsgeräten und Elektrowerkzeugen, Leuchtmittelindustrie, Maschinenbau, Transformatorenhersteller, Automobilzulieferer, Kabelhersteller etc.) müssen aufgrund ihrer Produkte schnelle, effiziente Stück- und Serienprüfungen nach DIN-VDE-Norm durchführen. Um die Prüfvorgaben zu erfüllen, ohne spezielle Elektrofachkräfte dafür einstellen oder ausbilden zu müssen, sind Messgeräte mit vollautomatischem Prüfablauf verfügbar. Die besonders einfache Handhabung und Bedienbarkeit – von der Durchführung einer Messung bis zur Dokumentation der Prüfergebnisse – ermöglicht dem Benutzer bzw. der entsprechend unterwiesenen Person die normgerechte Abwicklung der Pflichtprüfungen. Durch den automatisierten Prüfablauf verkürzt sich zudem die Prüfungsdauer, was sich positiv auf den gesamten Produktionsablauf und dessen Wirtschaftlichkeit auswirkt.

Mess- und Prüfgeräte mit vollautomatischem Prüfablauf können für die jeweilige Prüfung so konfiguriert werden, dass Ihnen das Prüfergebnis und dessen Interpretation („in Ordnung“ / „nicht in Ordnung“) quasi auf Knopfdruck geliefert und das erforderliche Prüfprotokoll inkl. Prüfaufkleber bereitgestellt wird.


VDE-Pflichtprüfungen normgerecht umsetzen. Anwendungsbeispiele.


Dies sind Auszüge aus unserem Kundenmagazin, der datatec SPEKTRUM. Die ganzen Ausgaben finden Sie hier.

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