Das AVL Active Load Cabinet (ALC) ist eine aktive elektrische Last zur funktionalen Prüfung und Validierung von Hochvolt-Inverter-Hardware. Es ermöglicht Entwicklungsteams, Inverter bereits in frühen Entwicklungsphasen unter definierten und realitätsnahen elektrischen Lastbedingungen zu testen – noch bevor Hardware, Software und das Gesamtsystem vollständig integriert sind. Dadurch können potenzielle Hardwareprobleme frühzeitig identifiziert und der Aufwand für Fehlersuche und Nachbesserungen in späteren Entwicklungs- und Integrationsphasen reduziert werden.
Ein wesentlicher Vorteil des AVL Active Load Cabinet ist die flexible Einstellung der Lastbedingungen. Im R-L-Modus arbeitet das System als einstellbare ohmsch-induktive Last. Widerstand und Induktivität können während des laufenden Betriebs parametriert werden, sodass unterschiedliche elektrische Lastzustände ohne Umbau des Prüfaufbaus abgebildet werden können. Die Inbetriebnahme des Prüflings ist dabei auf einen einfachen Testaufbau ausgelegt und erfordert laut Hersteller lediglich die Definition von vier Parametern.
Für weiterführende Tests unterstützt das System den Vierquadrantenbetrieb. Damit sind Prüfungen unter Wirkleistungsbedingungen sowohl im Motor- als auch im Generatorbetrieb möglich. Zusätzlich lässt sich das Active Load Cabinet als Einphasen-Stromquelle einsetzen. Zu den möglichen Anwendungen zählen beispielsweise die Kalibrierung interner Sensoren eines Prüflings sowie Steckverbindertests. Über offene Kommunikationsschnittstellen kann das System zudem in vorhandene Labor- und Prüfstandsumgebungen integriert werden.
Das AVL Active Load Cabinet eignet sich damit insbesondere für Forschungs- und Entwicklungsanwendungen im Bereich der Leistungselektronik und Elektromobilität. Es unterstützt vielfältige Funktionstests von Inverter-Hardware und ermöglicht eine effiziente Nutzung vorhandener Testkapazitäten. Gleichzeitig bleiben die Anforderungen an die elektrische Infrastruktur vergleichsweise gering: Selbst bei maximaler Leistung des Prüflings wird laut AVL höchstens ein Netzanschluss von 30 kW benötigt.
Produktmerkmale:
- Empfohlene minimale DC-Spannung des Prüflings (UUT): 300 VDC
- Maximale DC-Spannung des Prüflings (UUT): 1.000 VDC
- Nenn-Phasenstrom: 280 oder 560 ARMS
- Maximaler Phasenstrom (Überlast): 400 oder 800 ARMS für 34 Sekunden (bis 900 V)
- Grundfrequenz: bis zu 1.000 Hz
- Schnittstellen: EtherCAT, Ethernet und XCP on Ethernet
- Optionales Sicherheitssystem: PROFINET
- Optionen für Rotorpositionssensoren: Digital Encoder, aktiver Magnetsensor und Resolver-Sensoremulation
- Betriebsarten: R-L-Modus, Vierquadrantenbetrieb und Einphasen-Stromquelle
- Netzanschluss: maximal 30 kW, auch bei maximaler UUT-Leistung